Dieser Beitrag gehört zu Culture Club, unserer Serie über Songs, die als Remix weit berühmter wurden als in ihrer Originalform.
Cornershop, die Band um Tjinder Singh, veröffentlichte „Brimful of Asha" 1997 auf dem Album When I Was Born for the 7th Time. Der Text ist eine Hommage an Asha Bhosle, die indische Playback-Sängerin, deren Stimme Tausende von Filmen trug, und an die 45er-Singles, die eine Kindheit beschallten. Er ist warm, schlurfend und unverkennbar Indie. Bei der ersten Veröffentlichung erreichte der Titel Platz 60 der UK Singles Chart und schien dort zu bleiben.
Das Original
Die Albumversion bewegt sich in einem entspannten, fast schleppenden Tempo. Diese Langsamkeit gehört zu ihrem Reiz, ist aber auch der Grund, warum sich der Titel wie ein Albumtrack las und nicht wie eine Single. Der Hook war schon da, die Zeile „everybody needs a bosom for a pillow", die sich über einer kreisenden Gitarrenfigur wiederholt, doch er saß zu tief und zu langsam, um aus einer Radio-Playlist herauszuspringen. Die Kritik mochte ihn. Der Kreis der Fans wuchs. Das breite Publikum nahm ihn kaum wahr.
Der Remix
Norman Cook, besser bekannt als Fatboy Slim, nahm den Song und machte einen entscheidenden Schritt. Er erhöhte das Tempo und verschob den ganzen Track nach oben, von einem verschlafenen A hin zu einem helleren Register zwischen B und H. Er legte ein paar Samples darunter, um den Groove fetter zu machen, doch das Herz des Remixes liegt schlicht darin, dass der Song nun schneller läuft und höher sitzt. Der Hook, der angenehm gewesen war, wurde unausweichlich.
Das ist eine gute Lektion darüber, wie wenig ein Remix manchmal verändern muss. Hier gibt es keine Genre-Transplantation, kein von Grund auf neues Arrangement. Cook machte aus einem Indie-Song keine Dance-Platte. Er fand die Pop-Single, die schon im Albumtrack steckte, und ließ sie heraus, indem er an zwei Reglern drehte.
Das Ergebnis
Als eigenständige Single veröffentlicht, wurde der Norman-Cook-Remix im Februar 1998 zur Nummer eins der UK Singles Chart. Es ist die Version, die im Radio läuft, die die Leute singen, die auf den Listen der besten Remixe auftaucht. Die Originalaufnahme ging nirgendwohin. Sie wurde einfach zur Rarität, auf die Fans zeigen und sagen: Hier hat alles angefangen.
Warum es zählt
„Brimful of Asha" ist das reinste Beispiel dieser Serie für einen Remix als Fokus-Edit. Songwriting, Stimme und Hook waren alle fertig. Was zwischen dem Song und einem Massenpublikum stand, waren Tempo und Tonart, die Art Entscheidung, die ein Produzent mit Pop-Instinkt an einem Nachmittag trifft.
Das ist die Lücke, auf die wir immer wieder zurückkommen. Ein Song kann vollendet sein und doch durch eine einzige Produktionsentscheidung von seinem größten Publikum ausgesperrt bleiben. Der Originalautor behält die Gutschrift und die Tantiemen, wenn der Remix einschlägt. Der Remixer bringt den Instinkt und die Reichweite. Cornershop schrieb 1997 eine Nummer eins. Es brauchte nur jemanden, der sie ein bisschen schneller abspielte.